Gespräch mit Landvolk: Klingbeil und Zinke nehmen Bedenken auf 

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil und der Landtagsabgeordnete Sebastian Zinke kamen kürzlich mit Mitgliedern der Landvolk-Kreisverbände Lüneburger Heide und Rotenburg-Verden um deren Vorsitzende Jochen Oestmann und Jörn Ehlers für ein Gespräch zusammen. Dabei ging es um das Agrarpaket der Bundesregierung. 

Neben der Düngemittelrichtlinie war in Walsrode vor allem der Pflanzen- und Insektenschutz ein Thema. Die Vertreterinnen und Vertreter der Landwirte machten gegenüber den beiden SPD-Politikern deutlich, dass sie aufgrund der neuen Maßnahmen für Insektenschutz sowie insbesondere der Düngemittelrichtlinie die Befürchtung haben, weiter massiv eingeschränkt zu werden. Die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer sehen sich und ihre Kolleginnen und Kollegen in ihrer beruflichen Existenz „stark bedroht“. 

Aktionsprogramm: Jährlich 100 Millionen Euro für Insektenschutz geplant 

Mit dem vom Bundeskabinett Anfang September beschlossenen Aktionsprogramm Insektenschutz soll es verbindliche Vorgaben durch ein Insektenschutz-Gesetz geben. So ist etwa geplant, den Biotopschutz zu erweitern sowie ein Verbot von bestimmten Herbiziden und Insektiziden auf einen Großteil der Schutzgebiete auszuweiten. Zudem soll der Mindestabstand zu Gewässern bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vergrößert werden. Außerdem plant die Bundesregierung, jährlich 100 Millionen Euro für den Insektenschutz bereitzustellen. Darin enthalten sind insbesondere auch Optimierungen bei der Finanzierung von Insektenschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft.

„Eine breite Mehrheit der Bevölkerung erwartet Verbesserungen beim Insektenschutz und die Landwirtschaftspolitik ist hier sicherlich im Fokus“, so Klingbeil. Die Bedenken der Landwirte nehmen er als Bundestagsabgeordneter und Sebastian Zinke als Landtagsabgeordneter für die Region daher sehr ernst. „Unsere Region ist von Landwirtschaft geprägt. Wir dürfen bei den Verbesserungen des Insektenschutzes die Naturschutz- und Landwirtschaftspolitik nicht gegeneinander ausspielen“, machten beide deutlich. Auch die Landwirte wiesen bei dem Austausch darauf hin, dass ihnen die Bedeutung des Insektenschutzes durchaus bewusst sei. 

Düngemittelrichtlinie ist Thema  

Die Düngemittelrichtlinie sorgt bei den Landwirten ebenfalls für Kritik. Sie befürchten durch die Reduzierung der Düngung um 20 Prozent in belasteten Gebieten unter anderem Ernteausfälle. Darüber hinaus schränke die Verlängerung der Sperrfristen für das Ausbringen von Düngemitteln und Mist in besonders belasteten Gebieten die Landwirte ihrer Meinung nach stark ein. Sie forderten Klingbeil und Zinke dazu auf, ihre Sorgen weiterzugeben. 

Es sei wichtig, so die beiden SPD-Politiker, vor Ort zu sein und die Bedenken der Landwirte aufzunehmen. Für sie sei das Gespräch sehr ertragreich gewesen und es sei gut, sich wieder ausgetauscht zu haben, sagten beide im Anschluss.