Tod durch Listerien - Auch Bioprodukte von Wilke zurückgerufen

Wirtschaft Von Peter Fehlhaber | am Mi., 09.10.2019 - 15:42

RÜCKRUF: Eine Woche nach dem Fund von Keimen in Wurstprodukten der Firma Wilke Wurstwaren wurde heute eine Liste mit betroffenen Wurstmarken veröffentlicht. Erst jetzt wird bekannt: Darunter finden sich auch vegetarische und vegane Lebensmittel, auch "Bio"-Produkte.

Alle Erzeugnisse von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren, die das Identitätskennzeichen DE EV 203 EG tragen, sollen laut Umweltministerium Hessen von der Verunreinigung durch die gefährlichen Listerien-Keime betroffen sein.

Außerdem betrifft es folgende Marken- und Handelsnamen: 

Haus am Eichfeld
Metro Chef
Service Bund "Servisa"
CASA
Pickosta
Sander Gourmet
Rohloff Manufaktur
Schnittpunkt
Korbach
ARO
Findt
Domino

Auch Restaurants, Hotels, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen könnten betroffen sein, sowie Wilke-Produkte, die offen an Fleisch- und Wursttheken verkauft wurden.

Am Mittwoch, 2.10.2019 hatte das hessische Verbraucherschutzministerium in einer Meldung mitgeteilt, dass sämtliche Produkte des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG zurückgerufen werden. Es besteht der Verdacht, dass die Produkte in Zusammenhang mit Listerioseerkrankungen stehen. Daraufhin habe, so das Niedersächsische Verbraucherministerium, in Niedersachsen das LAVES unmittelbar alle betroffenen Kreise über den Vertrieb von Produkten der hessischen Firma informiert. Aber erst heute wurde die Öffentlichkeit über Einzelheiten informiert. 

Laut lebensmittelwarnung.de sind auch vegetarische Aufschnitt-Varianten sowie Aufstriche mit Pilzen, Kräutern oder Mangocurry betroffen, außerdem Bio- und Halal-Wurstwaren. Ikea stoppte den Verkauf von Wilke-Produkten.

Foodwatch übt scharfe Kritik an der Informationspolitik und fordert weitere Informationen und eine Veröffentlichung einer vollständigen Produktliste. 

Eine Listerien-Erkrankung äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach Infektion mit Durchfall und Fieber. Insbesondere Schwangere, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können auch schwerere Krankheitsverläufe mit Blutvergiftung und Hirnhautentzündung entwickeln. Bei Schwangeren kann, sogar ohne Symptome, das ungeborene Kind geschädigt werden. Auch aufgrund der mangelhaften Informationspolitik seien bisher mindestens zwei Menschen gestorben.