Vogelzugbeobachtungen am Westenholzer Bruch

WESTENHOLZ. Nach der Hitze und Dürre der vergangenen Monate hat der Herbst Einzug gehalten. Der erste Sturm ist über das Land gefegt, hat bunt gefärbtes Laub durch die Luft gewirbelt und Kastanien, Bucheckern und Walnüsse von den Bäumen geschüttelt. Während Eichhörnchen und Eichelhäher ihre Wintervorräte anlegen, schließen sich Stare und andere Zugvögel zu großen Schwärmen zusammen, bevor sie gemeinsam die lange und gefährliche Reise in ihre Winterquartiere in Südeuropa oder Afrika antreten. Während der Zug einiger Arten für Laien weitgehend unbemerkt verläuft, ziehen die V-förmigen Flugformationen von Gänsen und Kranichen nicht nur die Blicke eingefleischter Vogelkundler auf sich. 

Mit etwas Glück lässt sich dieses Naturschauspiel auch bei der ornithologischen NABU-Exkursion erleben, die am 18. Oktober um 15 Uhr am „wilden“ Parkplatz an der Autobahnabfahrt Westenholz startet. Die etwa zweistündige Wanderung unter der Leitung von Harald Dexheimer führt durch artenreiche Nadel- und Bruchwälder zur Lönshütte, einem kleinen, schlichten Fachwerkbau, in dem sich der Heidedichter Hermann Löns zwischen 1898 und 1914 gerne aufgehalten hat.

Unterwegs werden mehrfach die Bäche Brumbeeke und Kasbeeke gekreuzt, an deren Ufern Gagelsträucher, eine stark gefährdete Charakterart der Moorränder und feuchten Heiden, ihren aromatischen Duft verströmen. Wildwechsel schlängeln sich wie ausgetretene Trampelpfade über den bemoosten Waldboden und lassen das Herz von Spurenlesern höher schlagen. In den Wipfeln hängen Hauben- und Tannenmeisen kopfüber an den Ästen und streifen mit Goldhähnchen und anderen überwinternden Singvögeln in lockeren Verbänden durch das ausgedehnte Waldgebiet. Von den angrenzenden Wiesen und abgeernteten Äckern hat man einen weiten Blick in die offene Landschaft und kann durchziehende Vögel gut beobachten. Weitere Informationen zu der kostenlosen Exkursion gibt Dexheimer, Tel. 05163-290460.