Antikriegstag mit Politikern und Gewerkschaften am Rathaus Bad Fallingbostel

Politik Von Extern | am Mi., 01.09.2021 - 15:37

BAD FALLINGBOSTEL. Bunt mit Friedensforderungen dekoriert, mit Blumen und Friedens- und Kinderliedern von Tom Kirk, demonstrierten GewerkschafterInnen, Friedensbewegte und AntifaschistInnen unterstützt von DieLinke, Grünen und einzelnen Sozialdemokraten am Antikriegstag vorm Rathaus Bad Fallingbostel. Heidi Wajda und Charly Braun erklärten dass Gewerkschaften den 1.September, den Jahrestag des Beginns des zweiten Weltkrieg, danach zum Antikriegstag erklärten. Kein Wunder, dass Afghanistan in allen Beiträgen im Mittelpunkt standen.

Fritz Patzelt (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) machte klar: "Dieser Krieg hat vor allem gezeigt, westliche Demokratie und Menschenrechte, das Etikett westlicher Überlegenheit, lässt sich nicht mit militärischer Gewalt durchsetzen". Wie wenig sich USA, Bundesregierung und andere NATO-Staaten um Menschenrechte kümmern, erkenne man daran, dass sie Zehntausende ihrer einheimischen Arbeitskräfte nicht ausfliegen, kritisierte DGB-Vorsitzender Charly Braun. "Nach Irak und Afghanistan wird das auch so in Mali passieren, wenn wir die Kriegslüsternheit unserer Regierenden nicht stoppen, wer Krieg sät, wird Flüchtlinge ernten", so der ver.di-aner. 

In der Kritik weiterer RednerInnen standen die milliardenteure Aufrüstung, dessen Geld dringend im unterfinanzierten Gesundheitswesen gebraucht werde. Arne Hilbich erklärte, wie auf Europas größtem Truppenübungsplatz zwischen Bergen und Bad Fallingbostel, immer aufs Neue für Kriege in der Welt trainiert werde. Sein Vorschlag, aus dem Platz ein UNESCO-Biosphärengebiet mit sozial-ökologischer Wirtschaftsstruktur zu machen, wurde mit reichlich Applaus belohnt. Angesichts der Armuts-Reichtums-Schere, des Klimawandels und Wettrüstens forderte Wilfried Stegmann, Grüne, eine andere Moral der Politik.

Anschließend zog ein 40-köpfiger Demonstrationszug zum Denkmal für die auf dem Kriegsübungsplatz ermordeten Rotarmisten. Gerd Martini erläuterte, dass über viele Jahre etliche Honoratioren solches Gedenken ablehnten. Die Friedensbewegten legten einen Kranz nieder mit dem Schleifenaufdruck "Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg".