Corona-Impfungen für Mitarbeitende des Heidekreis-Klinikum haben begonnen

Medizin Von Extern | am Di., 12.01.2021 - 12:06

HEIDEKREIS. Gestern wurden im Heidekreis-Klinikum an den Standorten Soltau und Walsrode die ersten Mitarbeitenden aus den Intensivstationen, Notaufnahmen und den Isolierstationen geimpft. Das sind die Bereiche in Krankenhäusern, die laut Impfverordnung der Bundesregierung zur höchsten Priorität gehören.

Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge: „Ich bedanke mich bei Landrat Ostermann, dass unsere beiden Standorte nun mit Impfstoff versorgt werden sollen, so, dass wir, nach und nach, für eine noch größere Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeitenden – und auch deren Angehörigen sorgen können.“

Selbstverständlich blieben alle im HKK getroffenen Schutzvorkehrungen, wie z. B. Testung aller Patienten, die aufgenommen werden, sowie wöchentliche Routine-Testung aller Mitarbeitenden, die patientennah arbeiten, vor allem aber das Einhalten der AHA-Regeln in Kraft. Dr. med. Achim Rogge: „Heute konnten rund 160 Mitarbeitende geimpft werden.“ 314 Mitarbeitende des Heidekreis-Klinikums fallen unter die Kategorie „höchste Priorität“.

Ärztin Dr. med. Mira Moser erklärt, dass sie nicht lange zögerte, als sie gefragt wurde, ob sie sich impfen lasse: „Für mich war klar, dass ich mich so schnell wie möglich impfen lassen sollte. Ich arbeite als Ärztin in der Notaufnahme und habe hier erleben müssen, dass diese Erkrankung und ihre Folgen schwer einschätzbar sind, dass sie auch junge Menschen schwer betreffen kann.“ Dr. Moser erzählt, dass sie einen „jungen Mann, Anfang 20, behandeln musste, der – durch das Coronavirus ausgelöst – schwere Krampfanfälle erlitt. Nach Abwägung aller Erkenntnisse schätze ich das Risiko einer Corona-Erkrankung mit allen Folgen wesentlich höher ein als die Risiken einer Impfung.“

Auch Sabine Tessmann, ist froh, nun schon einmal geimpft zu sein: „Ich arbeite im Stationssekretariat der Isolierstation. Meine Eltern leben noch bei uns Zuhause, sie sind vorerkrankt und älter. Es beruhigt mich, dass ich nun einen weiteren Schritt tun konnte, um sie noch besser schützen zu können.“ Nachdenklich fügt sie hinzu: „Zudem war meine erst 25 Jahre alte Cousine in Frühjahr an Covid-19 erkrankt, sie wird wohl bleibende Schäden an ihrer Lunge behalten. Das Virus kann für Alt und Jung gefährlich sein.“ Timo Ahrens, er arbeitet als Fachpfleger auf der Intensivstation, freut sich, dass die Impfungen sozusagen auf kurzem Wege direkt im Krankenhaus stattfinden. Er sagt: „Für die Kolleginnen und Kollegen im HKK ist dieser Impfstoff seit der ersten Welle im vergangenen Frühjahr wie eine Art Hoffnungsschimmer, der nun greifbar ist.“ Nach dem „Piks“ beruhigte er: „An alle, die Angst vor dem Schmerz haben: Es tut nicht mehr weh als andere Impfungen, die wir schon kennen.“

Grundsätzlich ist eine hohe Impfbereitschaft im Heidekreis-Klinikum zu verzeichnen. Dr. med. Achim Rogge: „Es gibt keine Impfpflicht. Wir werben wir bei unseren Mitarbeitenden darum, dass sie sich impfen lassen: Es muss einfach alles getan werden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Aber eines muss allen, die geimpft sind auch weiterhin bewusst sein: Alle Abstands- und Hygieneregeln müssen weiterhin eingehalten werden!“