DAK-Gesundheit stellt den Gesundheitsreport 2019 im Heidekreis vor

Kultur + Gesellschaft Von Redaktion | am Fr., 13.09.2019 - 17:52

WALSRODE. Gestern Morgen stellte die DAK-Gesundheit in Walsrode den Gesundheitsreport 2019 für den Heidekreis vor. In diesem Jahr stand neben der allgemeinen Krankenstand-Analyse das Schwerpunktthema „Sucht“ im Fokus. Wer ist betroffen und wovon genau? Was sind die Ursachen für Sucht? Und wie wirken sich Süchte auf den Arbeitsstand aus?

Für den Report untersuchte die DAK wieder die eigenen Daten, machte eine Expertenbefragung und gab eine Bevölkerungsbefragung durch Forsa in Auftrag. Gestern haben interessante Diskussionen mit Beteiligung von Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer im Heidekreis-Klinikum, und Dr. med. Rahul Sarkar die Krankenstandanalyse 2018 bereichert.

Die Besonderheiten:
Die Fehltage im Job sind stark gestiegen von 3,9 Prozent in 2017 auf 4,3 Prozent. Dies ist nun identisch mit dem Krankenstand in Niedersachsen.
Im Heidekreis besondere Verteilung:
1. Stelle Muskel-Skelett-System
2. Psych. Erkrankung, Anstieg um 11 Prozent zu 2017
3. Verletzung mit Steigerung um 29 Prozent zum Vorjahr, Ursache war hauptsächlich die längere durchschnittliche Erkrankungsdauer.
4. Atmungssystem

Laut DAK-Analyse raucht jeder achte Beschäftigte, jeder neunte leidet unter einer Alkoholerkrankung. Süchte hätten unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Analyse zeigt bei dem Personenkreis mit Substanzstörung durch Einnahme von Alkohol und anderen gesundheitsschädlichen Substanzen eine doppelt so hohe Anzahl der Fehltage. Bei Diagnose Psychischer Erkrankung zeigt diese sogar einen dreifachen Krankenstand.

Die repräsentative Befragung zeigt, dass bei E-Zigaretten-Konsum 85 Prozent der Dampfer Nikotin oder Tabak konsumieren. Der direkte Einstieg in das Dampfen erfolgt nur sehr selten, Dampfer befinden sich nur oder fast nur unter Rauchern.

60 Prozent der befragten Arbeitgeber sehen Computerspiele und andere Internetanwendungen als Problem. Die umfassende Analyse liefert erstmals auch Daten und Fakten zur Computerspielsucht und zum Dampfen. Gestern wurden u.a. mit Dr. Rogge und Dr. Sarkar über die spürbaren Folgen von Internet Gaming Disorder (IGD), Videospielsucht, diskutiert. Bisher gebe es laut Dr. Sarkar im Heidekreis keine Suchtbehandlung bei IGD. Die erstmalige Analyse der repräsentativen Befragung zeigt: Knappe Mehrheit mit 51 Prozent spielt Computerspiele. In Niedersachsen spielen 196.000 Beschäftigte riskant, 49.000 Beschäftigte sind von Videospielsucht betroffen.

Retter der Zukunft: Spiele-App als Paradoxe Intervention:
Spieler erleben spannende Geschichten, in denen sie subtil auf die Gefahren der übermäßigen Nutzung von neuen Medien und Games sensibilisiert werden sollen. Auf diese Weise werde ihr selbstorganisierter Lernprozess positiv unterstützt.