Dorfregion Walsroder Heidmark: Halbzeit im Dorfentwicklungsprozess

Wirtschaft Von Extern | am Mi., 13.11.2019 - 12:50

HEIDEKREIS. 

Der Arbeitskreis der Dorfentwicklung in der Walsroder Heidmark blickt zum Jahresende auf eine gute Bilanz zurück. Denn der Antragsstichtag im Förderprogramm Dorfentwicklung jährte sich im September im vierten Jahr und die Zahl der Anträge nimmt nicht ab.

Allein die Stadt Walsrode hat 6 öffentliche Förderanträge für die Dorfregion (Honerdingen und Meinerdingen mit Tietlingen, Düshorn mit Beetenbrück, Bockhorn, Rödershöfen, Krelingen und Krusenhausen sowie Westenholz) gestellt. Sollten alle Anträge durch das Amt für regionale Landesentwicklung bewilligt werden, kann die Stadt mit rund 717.000 € Fördermitteln rechnen. Die Gesamtinvestition wird sich dann auf rund 1.140.000 € belaufen. 

Die Anträge umfassen die Ausweisung einer Radroute, die alle Ortschaften der Dorfregion auf einer landschaftlich attraktiven Route miteinander verbinden wird. Entlang der Strecke, so hatten es die Ehrenamtlichen schon bei der Erstellung des Dorfentwicklungsplanes vorgesehen, sollen Pflanzmaßnahmen stattfinden. So sind – nach Prüfung möglicher Standorte – einige Strecken von der Stadt Walsrode ausgewählt worden, an denen heimische Sträucher und Bäume für den Lückenschluss in Baumreihen sorgen und somit einen Beitrag für die heimische Flora und Fauna leisten. 

In Krelingen und Bockhorn soll die Straßenbeleuchtung verbessert und auf einen moderneren energetischen Stand gebracht werden.

In Honerdingen wird die Neugestaltung des Vorplatzes der freiwilligen Feuerwehr als Dorfmittelpunkt beantragt sowie ein Zuschuss für das Gebäude für die Dorfgemeinschaftseinrichtung beantragt. 

In Düshorn wird der Ausbau eines Radweges zum Freibad eingereicht. Dieser ist derzeit nur schlecht gepflegt, sehr stark zugewachsen und zudem nicht vollständig durchgängig. Kurz vor dem Freibad muss die Fahrbahn zudem im gefährlichen Kurvenbereich gekreuzt werden. Dies birgt u.a. deshalb Gefahren, weil auf der Straße nach Düshorn keine Geschwindigkeitsbegrenzungen vorhanden sind und sie schmal ist.

Die Kapelle in Bockhorn soll saniert werden und insbesondere aus energetischen Gründen eine neue Tür und neue Fenster erhalten. 

Nun heißt es warten. Vermutlich erst Anfang des Jahres 2020 wird mit Zu- oder Absagen durch das Amt für regionale Landesentwicklung gerechnet. Wenn alles klappt, können die Bauarbeiten im kommenden Jahr durchgeführt werden. 

Darüber hinaus hat der Überörtliche Arbeitskreis der Dorfregion darauf hingewiesen, dass noch viele weitere Projekte im Dorfentwicklungsbericht notiert wurden, von denen möglichst viele noch in der verbleibenden Förderperiode angeschoben werden sollen. Schritt für Schritt entstehen nun in allen Ortschaften gestalterische und funktionelle Verbesserungen.

Das Besondere am Förderprogramm ist, dass auch private Eigentümer Fördergelder für Baumaßnahmen an ihren Gebäuden beantragen können.

Zum vergangenen Förderstichtag haben dies 19 Privateigentümer aus den Ortschaften getan und investieren so insgesamt rund 1.5 Millionen Euro in ihre Gebäude in den Dörfern. Dabei können sie sich jeweils 30 % der Kosten fördern lassen. Nicht nur die Eigentümer und die Ortschaften profitieren von diesen Maßnahmen, sondern häufig auch lokale Handwerksfirmen, die mit der Umsetzung beauftragt werden.

Im Frühjahr diesen Jahres hatte die Stadt Walsrode alle Eigentümer von förderfähigen Gebäuden angeschrieben und über die Möglichkeiten, die die Dorfentwicklung bietet, informiert.

Beratungen durch das Planungsbüro laufen weiter:

Maßnahmen an ortsbildprägenden Gebäuden, die bis in die 1950-er Jahre erbaut wurden sowie in auf solchen Grundstücken können durch das Land Niedersachsen bezuschusst werden. Wer insbesondere Maßnahmen an Dächern, Fassaden, Fenster und Türen beabsichtigt, kann sich zu einem kostenlosen Beratungstermin beim Planungsbüro mensch und region melden. 

Derzeit setzen sich die Aktiven aus der Dorfregion außerdem dafür ein, eine Verlängerung der Teilnahme am Dorfentwicklungsprogramm zu erhalten. Dann könnten noch bis 2023 Förderanträge gestellt werden. 

Alle Informationen sind auch auf www.walsroder-heidmark.de abrufbar, sowie in der Planungsabteilung der Stadt Walsrode und bei den Ortsvorstehern. 

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich in den Dorfentwicklungsprozess einzubringen. Die Sitzungen des Überörtlichen Arbeitskreises sind öffentlich und auf der Internetseite der Dorfregion rechtzeitig angekündigt.