Gedenkspaziergang zu den Stolpersteinen und Vortrag von Dr. Stephan Heinemann

Religion Von Extern | am Mi., 13.11.2019 - 12:39

HEIDEKREIS / WALSRODE. Am Freitagabend trafen sich über 100 Menschen vorm Walsroder Rathaus zum Gedenkspaziergang zu den Stolpersteinen, die an verfolgte und ermordete Juden erinnerten. In der Begrüßung erinnerten Gewerkschaftsjugendliche an die Reichspogromnächte 1938 und den rechtsradikalen Terroranschlag am 9. Oktober diesen Jahres in Halle und sie erläuterten den Zusammenhang. Die Jugendlichen riefen auf, sich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen und sie forderten das Verbot der Alternative für Deutschland. Anschließend zogen über 100 Teilnehmende durch Walsrodes Innenstadt zu den Stolpersteinen und legten dort in Gedenken an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger entsprechend einem jüdischen Brauch zahlreiche Steine, Kerzen und Blumen ab. 

Nach dem einstündigen Rundgang besuchten etwa 60 Menschen im ver.di-Bildungszentrum den Vortrag des Historikers Dr. Stephan Heinemann. Nach einem kurzen Rückblick auf den Beginn des jüdischen Gemeindelebens im Heidekreis, referierte er zur jüdischen Geschichte während der NS-Zeit in Walsrode. Insbesondere zeichnete Dr. Heinemann den Lebensweg der neun Jüdinnen und Juden nach, die 1930 noch in Walsrode lebten. Das Organisationsteam aus Antifa SFA und DGB-Jugend zeigte sich sehr erfreut über das große Interesse der Bevölkerung.