Hauptverhandlung zu Mordfall aus Neuenkirchen startet am Landgericht Lüneburg

Gesellschaft Von Extern | am Mi., 27.01.2021 - 10:54

NEUENKIRCHEN/LÜNEBURG. Am 28. Januar 2021 um 9:30 Uhr beginnt in Saal 21 vor der 4. großen Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg die Hauptverhandlung gegen einen Angeklagten im Alter von 20 Jahren wegen Mordes, versuchten Mordes, schwerer Brandstiftung u.a.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zur Last, im Juli 2020 in Neuenkirchen zwei Menschen getötet und eine weitere schwer verletzt zu haben. Der Angeklagte soll sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter dem Vorwand, Elektroleitungen überprüfen zu wollen, Zutritt zu dem Haus der späteren Opfer verschafft haben, um dort in einem unbemerkten Moment Bargeld zu entwenden. Nachdem die Tarnung des Angeklagten aufgeflogen sei, habe der Angeklagte zur Verdeckung seiner ursprünglich geplanten Tat die anwesenden Eheleute durch Hieb- und Stichwunden am Kopf und Oberkörper getötet. Eine weitere Zeugin, die sich vor Ort aufgehalten habe, soll der Angeklagte durch Schläge auf den Kopf und Stichverletzungen am Oberkörper lebensgefährlich verletzt haben. Der Angeklagte habe in der Absicht gehandelt, die Zeugin zu töten, damit sie ihn nicht anzeige. Sodann habe der Angeklagte in dem Wohnhaus Feuer gelegt, um mögliche Spuren zu vernichten.

Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, zwei Mal in einem Wohngebäude in Neuenkirchen Feuer gelegt zu haben. Bei dem ersten Mal habe er im Waschkeller Kleidung entzündet und dadurch bewusst Schäden durch Feuer und Verrußung herbeigeführt. In der darauffolgenden Nacht habe er an verschiedenen Stellen desselben Hauses Feuer entzündet, wobei es ihm darauf angekommen sei, die Bewohner durch die Brandlegung zu töten. Sämtliche Bewohner hätten jedoch das Haus rechtzeitig verlassen können. Nach der Evakuierung des Hauses habe der Angeklagte aus den verlassenen Wohnungen Bargeld entwendet. Den bei der Brandlegung durch ihn selbst verursachten Schaden an seinem PKW habe er unter Verschweigen seiner eigenen Verantwortung von seiner Versicherung regulieren lassen.

Schließlich sei der Angeklagte nach Angaben der Staatsanwaltschaft unerlaubt im Besitz von zwei Schreckschusswaffen gewesen.

Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.

Fortsetzungstermine sind auf den 4., 11. und 25. Februar, den 4., 18. und 25. März, den 12. und 19. April sowie auf den 3. Mai 2021, jeweils um 09:30 Uhr in Saal 21, bestimmt. Für den ersten Verhandlungstag ist eine Zeugin, für den 2. und 3. Verhandlungstag sind 7 bzw. 8 Zeugen geladen. Darüber hinaus hat die Kammer einen Sachverständige hinzugezogen.