Klingbeil besucht Jägerschaft Fallingbostel: Konsequenter Einsatz für den Tierschutz

Politik Von Extern | am Mo., 07.06.2021 - 20:34

BAD FALLINGBOSTEL. Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil war auf Einladung der Jägerschaft Fallingbostel auf der Streuobstwiese Baars in Schneeheide zu Gast. Dort zeigte die Jägerschaft um ihren Vorsitzenden Bernd Sartoris dem Bundestagsabgeordneten, wie die Rehkitzrettung mit Hilfe von Drohnen mit Wärmebildtechnik funktioniert. Für diese Methode stellt der Bund Geld aus dem Haushalt bereit – auf Initiative der SPD. Klingbeil hatte die Jägerinnen und Jäger auf diese Förderung hingewiesen. 

Rettung von Rehkitzen durch Drohnen mit Wärmebildtechnik

„Es ist schön zu sehen, dass ich die Jägerschaft bei ihrem wichtigen Vorhaben unterstützen konnte. Gerade die jetzt stattfindende Grasernte ist eine Gefahr für die Rehkitze“, erklärte Klingbeil. Mit Hilfe von Drohnen versuchen die Jägerinnen und Jäger nun, Rehkitze vor einem Tod durch die Mähwerke zu retten. Da die Kitze aufgrund ihres fehlenden Fluchtinstinktes geduckt an der Stelle im Gras liegen bleiben, an der sie von der Ricke, der Rehmutter, abgelegt wurden, ist der Einsatz der mit Wärmebildtechnik ausgestatteten Drohnen so wichtig. Diese stellen eine enorme Erleichterung dar, betonten alle anwesenden Jäger. Vorher hätten alle Beteiligten gemeinsam die jeweiligen Felder abgehen und mit einer sehr viel niedrigeren Erfolgsquote leben müssen. Nun können die Rehkitze problemlos in den frühen Morgenstunden, wenn der Unterschied zwischen Außentemperatur und der des Kitzes noch ausreichend groß ist, aufgespürt und rechtzeitig außerhalb des Feldes gebracht werden. „Dennoch ist es eine gewaltige Kraftanstrengung des gesamten Teams“, erklärte Sartoris. „Über einen Zeitraum von mehreren Wochen stehen die Piloten und Helfer fast jeden Morgen um drei Uhr auf, um vor der Arbeit ehrenamtlich Kitze zu suchen und damit einen großen Beitrag zur Hege und zum Tierschutz zu leisten.“

Klingbeil will Themen der Jäger in Berlin ansprechen

Aktuell seien zwölf Drohnen von der Jägerschaft im Einsatz, die regelmäßig von Landwirtinnen und Landwirten der Region angefragt werden. Die Unterstützung bei deren Förderung durch die Bundespolitik sei ein sehr gutes Zeichen, könne aber noch erweitert werden. So sei beispielweise die Förderung von Ersatzteilen, wie Akkus, Schnellladegeräten und Propellern, zu gering. Klingbeil sagte deshalb zu, auf seine Kolleginnen und Kollegen in der SPD-Bundestagsfraktion zuzugehen und dort für eine stärkere Förderung der Ersatzteile durch den Bund zu werben. Die Jäger berichteten dem Bundestagsabgeordneten zudem, dass durch die neue Europäische Drohnenverordnung Probleme mit Flugberechtigungen und dem Versicherungsschutz für Jägerschaften als gemeinnützige Vereine nicht gelöst seien. Hier wäre ein Privilegierung, ähnlich wie bei der Feuerwehr oder der Polizei sehr hilfreich, so die Jäger. Auch dieses Thema will Klingbeil mit den Fachpolitikerinnen und -politikern seiner Fraktion besprechen.

Weiterhin im Dialog bleiben

Bernd Sartoris machte bei dem Gespräch die unterschiedlichen Aufgabenbereiche der Jägerschaft deutlich: So sei es allen Jägerinnen und Jägern ein wichtiges Anliegen, ihren Beitrag zum Naturschutz und zur Biotoppflege zu leisten. Weiterhin kümmere sich die Jägerschaft um die Aufzucht und Auswilderung von verwaisten Rehkitzen. Klingbeil verabredete zum Abschluss mit den Jägern, weiterhin im Austausch zu bleiben: „Gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren können die Jägerschaften in unserer Heimat einen Beitrag dazu leisten, dass der Tier- und Umweltschutz im Gleichgewicht bleiben. Dafür ist es unerlässlich, mit allen Beteiligten im Dialog zu bleiben und sich für unterstützende Maßnahmen einzusetzen“, unterstreicht der Bundestagsabgeordnete.