Klingbeil: „Wasserstoff bietet enorme Chancen für unsere Region“

Politik Von Extern | am Fr., 05.02.2021 - 14:19

WALSRODE. Im Energie- und Gewerbepark Rethem (EGRA) wird ein Wasserstoffpilotprojekt geplant. Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat sich nun kürzlich mit vielen Beteiligten dazu ausgetauscht. Klingbeil unterstützt das Projekt und will die gesamte Region zu einer Wasserstoffregion machen. 

„Wasserstoff ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft und bietet auch für unsere Heimatregion enorme Chancen“, macht der Bundestagsabgeordnete deutlich. Im vergangenen Sommer hat sich der SPD-Politiker daher bei seiner „Tour der Ideen“ mit Kommunalpolitikerinnen und -politikern, örtlichen Unternehmen und Vertreterinnen und -vertretern des Wasserstoffnetzwerks Nordostniedersachsen getroffen, um über eine Wasserstoffstrategie für die Region zu diskutieren. Das jetzige Gespräch, das daran anschloss, fand aufgrund der aktuellen Corona-Lage digital statt. Daran nahmen neben Lars Klingbeil auch Norbert Hennchen, Wolfgang Beez und Erika Weber von der Freqcon GmbH, Michael Krohn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Deltaland, Henning Lübbehüsen von der EGRA, Rethems Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige, Ina Prüser von der Wirtschaftsförderung der Samtgemeinde, der Erste Kreisrat des Heidekreises, Oliver Schulze, sowie Jonas Wussow und Wolfgang Leseberg von der SPD Rethem teil. Alle Beteiligten stimmten Klingbeil zu, dass das Projekt eine große Chance für Rethem und die Region sei. Alle seien zudem willens, das Projekt umzusetzen. 

Energie- und Gewerbepark Rethem: Worum geht es?

Norbert Hennchen von der Freqcon GmbH wurde als Experte für die Energiewende in den Arbeitskreis Energiepolitik des Deutschen Wirtschaftsrates berufen. Der Familienbetrieb Freqcon, der auf Frequenzumrichter und Regelungssysteme spezialisiert ist, kooperiert mit dem Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen und Deltaland. Bis Mitte 2021 soll nun im Energie- und Gewerbepark Rethem eine Demonstrationsanlage entstehen, die ohne große Verluste grünen Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien herstellt. Bis 2022 soll dann eine Ladestation für Fahrzeuge mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb entstehen, die den Transportsektor (Entsorgungs- oder Busunternehmen) versorgt. „Dadurch entstehen in unserer Region neue Arbeitsplätze“, betont Klingbeil. 

Mit dem Pilotprojekt könnten laut Hennchen nach Fertigstellung beispielsweise 12.500 PKW-Tankladungen Wasserstoff, 2000 Ladungen für E-Autos sowie zusätzlich Energie erzeugt werden. Mit dem Demonstrationsprojekt vor Ort könnte man folglich nicht nur Arbeitsplätze in Rethem schaffen, sondern zugleich auch ein Musterprojekt für ganz Europa sein.

300.000 Euro Fördergelder vom Bund

Das Projekt werde im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie gefördert, mit der ein Heimatmarkt für Wasserstoff entstehen soll. Klingbeil berichtet weiter: „Der Heidekreis und der Landkreis Rotenburg nehmen als Teil der Region Nordostniedersachsen am Förderprogramm „HyExperts“ teil. Die HyExperts-Förderung richtet sich an Regionen mit ersten Projekterfahrungen und Kenntnissen. 13 HyExperts erhalten jeweils 300.000 Euro, um konkrete Projektideen für Wasserstoffkonzepte zu erstellen und zu berechnen. Ende 2019 hat die Region die Fördergelder vom Bund erhalten. Mittlerweile fördert auch das Land Niedersachsen die gesamte Projektregion mit insgesamt 750.000 Euro. Die elf beteiligten Landkreise zahlen jeweils noch 16.000 Euro.“

Verwaltungs- und Genehmigungshindernisse 

Aktuell existieren noch Verwaltungs- und Genehmigungshindernisse, welche die Realisierung des Projekts in Rethem erschweren. So sei insbesondere die Genehmigung einer essenziellen Windkraftanlage auf dem Gelände das derzeit größte Hindernis. Mit dieser Genehmigung falle und stehe das Projekt. Bei dem Gespräch vereinbarten die Teilnehmenden, sich hierzu weiterhin eng auszutauschen. Klingbeil will zudem auf die Fachpolitikerinnen und -politiker seiner Fraktion zugehen und weitere Informationen dazu einholen, wie die Bundespolitik Wasserstoffprojekte wie das in Rethem neben der finanziellen Förderung noch unterstützen kann.

Bundeshaushalt 2021: Viel Geld für Wasserstoff

Am Geld scheitere das Projekt jedenfalls nicht. Hennchen betonte, dass der Bund ausreichend Fördergelder zur Verfügung stelle. Das drücke sich auch im Bundeshaushalt 2021 aus: Darin seien neun Milliarden Euro für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in den kommenden Jahren vorgesehen. Zudem würden 50 Millionen Euro für Wasserstoff und Brennzellenanwendungen im Verkehr zur Verfügung stehen. 25 weitere Millionen seien für die Tank- und Ladeinfrastruktur eingeplant. „Auch mit unserem Bundeshaushalt setzen wir ein klares Zeichen dafür, dass Wasserstoff ein wichtiger Energieträger der Zukunft ist“, unterstreicht Klingbeil.