Knisterwetter: Kleiner Schock bei kalten Temperaturen

Überregional Von Redaktion | am Di., 22.01.2019 - 13:42

HANNOVER. "Wenn’s plötzlich funkt oder einem die Haare zu Berge stehen, dann muss das nicht immer an starken Gefühlen liegen", heißt es in der Pressemitteilung von WetterOnline: Jeder kenne den kribbelnden Stromschlag, der meist im Winter entsteht, wenn man metallische Gegenstände oder andere Personen berühre. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Mehrere 10.000 Volt
„Winterliche Kälte wird oft von sehr trockener Luft begleitet. Das bedeutet knisterndes Stromschlagwetter“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Bekommen wir ‚einen gewischt‘, dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von mehreren 10.000 Volt auf, die sich zwischen unserem Körper und einem Objekt blitzartig entlädt – wir spüren den elektrischen Schlag. Bei Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar“. Grund zur Sorge bestehe aber nicht: Die Stromschläge seien zwar mitunter ziemlich unangenehm und erschrecken uns, sie seien aber nicht gefährlich.

Warum es im Winter öfter mal knistert
Ursache für die kleinen Elektroschocks sei elektrostatische Entladung. Denn normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über die Luftfeuchtigkeit und die feuchte Haut aus. Im Winter sei die Luftfeuchtigkeit jedoch sehr viel geringer als im Sommer und auch die Haut trockener, sodass kein Ladungsaustausch stattfinden könne: Der Körper lädt sich auf, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das könne beim Berühren der Türklinke der Fall sein oder auch bei einem Kuss.


Je später der Tag, desto mehr knistert das Wetter
Das Risiko, „einen gewischt“ zu bekommen, steige und falle übrigens auch mit der Tageszeit: An kalten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit für Knisterwetter am Nachmittag höher als am Vormittag. Mit leicht ansteigenden Temperaturen nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Tagesverlauf ab und ist nachmittags am niedrigsten. Erst in der Nacht steigt er allmählich wieder an.

Schutz vor dem Schock
Um sich vor den unangenehmen Mini-Schocks zu schützen, helfe es vor allem, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Doch Vorsicht, lüften helfe nicht, da so noch mehr trockene Luft in den Raum gelangen würde. Zusätzlich gibt es einen wirkungsvollen Trick, wie Matthias Habel weiß: „Wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren. Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt“.