NABU Exkursion ins Streifgebiet der Wildkatze

Umwelt Von Extern | am So., 29.08.2021 - 14:53

HEIDEKREIS. Man könnte sie fast für ein Phantom halten, denn selbst Experten bekommen sie kaum zu Gesicht. Geräuschlos und nahezu unsichtbar schleichen sie durch das Unterholz reich strukturierter Mischwälder, gehen in der Dämmerung am Waldessaum und auf Lichtungen auf Mäusejagd: Die europäische Wildkatze, die in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert durch gnadenlose Verfolgung nahezu ausgerottet wurde, kehrt auf Samtpfoten in ihre Heimat zurück. Dank intensiver Schutzmaßnahmen leben deutschlandweit schätzungsweise wieder 5.000 bis 10.000 der scheuen Jäger, die in Niedersachsen zunächst den Harz und die dicht bewaldeten Mittelgebirgszüge des Weserberglandes besiedelt haben, inzwischen aber auch vereinzelt im Flachland festgestellt wurden. So konnten nach Angaben des NABU 2017/2018 im Rahmen einer vom BUND durchgeführten Wildkatzenerfassung erste Nachweise nordöstlich von Bispingen und südlich von Hedern und Rethem erbracht werden. Der bislang nördlichste Nachweis sei 2020 in den Wäldern der Klosterforsten im Landkreis Harburg gelungen.

Der Naturschutzbund Heidekreis e.V. (NABU) möchte daher am Sonntag, dem 5. September, allen Interessierten die Gelegenheit bieten, sich auf die Spur der Wildkatze zu begeben. Der ca. zweieinhalbstündige Spaziergang findet nicht – wie im Veranstaltungsprogramm angekündigt – an der Lopau, sondern im Seevetal bei Handeloh-Inzmühlen statt. Vom Treffpunkt auf dem Parkplatz am Wehlener Weg geht es um 14.00 Uhr auf einen rund 7 km langen Rundkurs durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Heideflächen, Wiesen und Mischwäldern zum Quellgebiet der Seeve, die nur wenige hundert Meter südlich des idyllischen Dorfes Wehlen entspringt und sich durch naturnahe Erlenbruch- und Sumpfwäldern schlängelt.

Bei mehreren Zwischenstopps erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über die Lebensweise der heimlichen Waldbewohner, lernen die Unterscheidungsmerkmale zwischen Wild- und Hauskatzen kennen und bekommen einen Einblick in die Gefährdung und den Schutz der stark gefährdeten Tierart. Die Exkursion ist für NABU- und BUND-Mitglieder kostenlos, von Nicht-Mitgliedern wird eine Gebühr von 5,00 Euro erhoben. Info: Dr. Antje Oldenburg, Tel. 05164-801113.