NABU-Gartentipps für den Herbst

Umwelt Von Extern | am Mi., 27.10.2021 - 17:40

HEIDEKREIS. Es ist Herbst. Das Laub der Birken, Linden und Ahornbäume leuchtet gold-gelb im sanften Licht der tiefstehenden Sonne, an Ebereschen, Heckenrosen und Weißdornbüschen prangen rote Beeren, Äpfel und Birnen sind gepflückt, nur Quitten und Kürbisse müssen noch geerntet und einige Handgriffe erledigt werden, damit die tierischen Gartenbewohner geeignete Rückzugsräume und einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Denn wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, gehen nicht nur Igel, Fledermäuse und Bilche, sondern auch Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen auf Quartiersuche.

„Leider herrscht bei vielen Menschen noch immer die Vorstellung vor, Gärten müssten im Herbst aufgeräumt, verblühte Stauden abgeschnitten und sämtliches Laub entfernt werden“, bedauert die Pressesprecherin des NABU Heidekreis, Dr. Antje Oldenburg. „Sie entfernen unwissentlich die Winterquartiere von Käfern und Spinnen, vernichten die Bruthöhlen verschiedener Masken- und Mauerbienenarten und entsorgen so manche Schmetterlingspuppe, die an den abgestorbenen Pflanzenstängeln klebt.“ Wer seinen Garten auch in den Wintermonaten zu einem wertvollen Lebensraum machen und sich im nächsten Frühjahr an einer großen Artenvielfalt erfreuen möchte, sollte das Gros der Stauden und samentragende Pflanzen wie Disteln, Karden, Sonnenblumen, Natternköpfe und Nachtkerzen stehen lassen, da in den trockenen Stängeln Insektenlarven überwintern und die Samen bei Grün-, Buch- und Distelfinken sowie Sperlingen, Gimpeln und Kernbeißern beliebt sind. Wer Hasel- und Walnüsse nicht vollständig aberntet und die Früchte von Eichen, Buchen und Ahornbäumen liegen lässt, erleichtert Eichhörnchen und Eichelhähern das Anlegen von überlebenswichtigen Vorräten und bietet Buchfink, Kleiber und Kernbeißer einen nahrhaften Winterschmaus.

Laub, Reisig und Schnittgut dienen vielen Tierarten als gemütlicher Unterschlupf und sollten deshalb ebenfalls auf Beeten belassen und unter Büschen und Bäumen verteilt werden, wo sie gleichzeitig den Boden vor Auswaschung oder Austrocknung zu schützen und ihn im Laufe des Zersetzungsprozesses mit wertvollen Nährstoffen versorgen. Ein Laubhaufen in der Gartenecke erfreut vor allem Igel, doch Erdkröten und verschiedene Insektenarten wissen die isolierende Wirkung des Laubes ebenso zu schätzen. Wer haufenweise für Gemütlichkeit sorgen will, sollte grundsätzlich Harken und Rechen verwenden, da Laubsauger und Laubbläser nicht nur ohrenbetäubenden Lärm verbreiten sowie Kohlenwasserstoffe und Stickoxide ausstoßen, sondern darüber hinaus unzählige Käfer, Spinnen, Tausendfüßler, Asseln und andere Kleinstlebewesen vernichten. Selbst für Amphibien, Reptilien und kleine Igel stellen diese motorisierten Gartengeräte eine tödliche Gefahr dar und haben in einem naturnahen Garten nichts zu suchen.