Noch schnellere Hilfe: Handyortung lotst Retter

Technik Von Extern | am Mi., 30.09.2020 - 19:58

HEIDEKREIS. Es ist nur eine kleine Unaufmerksamkeit - mit weitreichenden Folgen. Einen Moment lang bei der Radtour durch den Wald nicht auf den Weg geachtet und die Baumwurzel bringt den Radfahrer zu Fall. Das Handy erreicht er zwar noch, aber wo befindet er sich eigentlich? Wie können ihn die Helferinnen und Helfer erreichen? Wer den Notruf wählt, erhält künftig noch schneller Hilfe, auch wenn er seinen genauen Standort nicht kennt. Eine neue Funktion im Rechner der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle des Heidekreises  ermöglicht die schnelle Ortung, wie die Kreisverwaltung jetzt mitteilt.

Die Funktion Advanced Mobile Location (AML) unterstützt die Helferinnen und Helfer bei der Aufspürung der Anruferinnen und Anrufer, wenn diese nicht genau wissen, wo sie sich befinden. Denn sie bietet die Möglichkeit, Anruferinnen und Anrufer über das 
Mobilfunknetz auf knapp zehn Meter genau zu orten, wenn sie ein GPS-fähiges Smartphone verwenden. „Wir können fortan aus dem Einsatzleitrechner heraus die Standorte abfragen und so gezielter helfen“, erläutert Torben Friedrich, Leiter der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle des Heidekreises.

Auf einer Karte im Rechner wird der Standort dann angezeigt. Bisher müssen die Disponentinnen und Disponenten durch gezielte Fragen versuchen, die Position zu ermitteln, um den Rettungsdienst oder die Feuerwehr schnell an die richtige Einsatzstelle zu leiten. „AML ist für uns eine große Hilfe“, sagt Torben Friedrich. Denn es kommt täglich vor, dass Anruferinnen und Anrufer gar nicht wissen, wo sie sich genau befinden. Zumeist sind es Menschen, die außerhalb geschlossener Ortschaften stehen, im Wald, auf Feldwegen, aber auch auf Landstraßen oder sogar auf der Autobahn.

„Ich bin in der Heide bei Bispingen spazieren“, heißt es da oder auch „Ich bin auf der Autobahn zwischen Hannover und Hamburg und brauche Hilfe.“ Die Handyortung per AML ist nur bei Anrufen über die Notrufnummer 112 möglich. Sie findet nicht automatisch statt, sondern nur nach Aufforderung. Nur wenn die Person keine genauen Angaben machen kann, können die Disponentinnen und Disponenten AML aktivieren. Aus Datenschutzgründen finden keine Speicherungen statt, auch Bewegungsprofile können nicht erstellt werden. Die Feuerwehreinsatz- und Rettungs-leitstelle, die die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert, verzeichnet im Jahr um die 38.000 Ereignisse, medizinische Notfälle ebenso wie Unfälle oder 
Feuerwehreinsätze.