Schießausbildung oder Schießsport - Kommunalpolitiker informieren sich in der Krelinger Heide

Politik Von Extern | am So., 06.06.2021 - 21:41

KRELINGEN. Bodenverbringung, Schießlärm, notwendige Ausbildung und vermeintlich unsachgemäße Nutzung, waren Themen, über die sich der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Kreistagfraktion, Sebastian Zinke, mit allen Betroffenen in und um Krelingen austauschte. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD Stadtratsfraktion Hans Henning-Meyer und dem Ortsvereinsvorsitzenden Marcel Kirschner, Ortsvorsteher Karl-Heinz Freitag sowie dem Landratskandidaten Jens Grote, besuchte Zinke den Schießstand der Jägerschaft in der Krelinger Heide und im Anschluß die Bürgerinitiative gegen den Umbau und die Sanierung.

Bereits kurz nach Ankunft auf dem Gelände der Kreisjägerschaft, begrüßte der erste Vorsitzende Bernd Sartoris die Gäste und stellte ausführlich das Vorhaben zur Sanierung des Schießstandes vor. Sartoris machte deutlich, dass die Sanierung alternativlos sei und ein bereits gefundenes Sanierungskonzept die aus Sicht der Jägerschaft, als Betreiber der Anlage, am zielführendsten sei. Neben einer Wallanlage aus Bodenaushub und einem ausgeklügelten System zur Reinigung des Bodens von anfallenden Munitionsresten, gäbe diese Variante einen erhöhten und zusätzlichen Lärmschutz sowie eine deutliche Kostenreduktion der Baumaßnahmen. Ein Kritikpunkt sei immer wieder der Bodenaushub, welcher für die Wallanlage geplant wäre, merkte Sartoris an und führte hierzu aus, dass der sog. Z2 Aushub keine gefährlichen Stoffe beinhalte, die zu einer Verunreinigung des Grundwassers führen würden und von der Beschaffenheit her von den Stoffen dem Aushub ähnelt, wie er an jeder Baustelle vorzufinden wäre. Bereits vor Baubeginn werde eine freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt und der Bodenaushub doppelt, bei Abfuhr und nochmals vor Einbau, behördlich geprüft werden. Sebastian Zinke merkte hier an, dass das Projekt nur bei größtmöglicher Transparenz zur Akzeptanz beitragen kann. Hierzu zähle für ihn ebenfalls die Messergebnisse öffentlich zugänglich zu machen.  „Eine gute und fundierte Jagdausbildung beinhaltet eben auch das Erlernen und Üben der Schießfertigkeiten. Nur so können die Jägerinnen und Jäger ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen“, macht Zinke die Notwendigkeit einer Ausbildungs- und Trainingsanlage deutlich.

Im Anschluss trafen sich die Kommunalpolitiker ebenfalls mit Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiative in Krelingen, die sich gegen das geplante Bauvorhaben stellt. So berichteten die Anwesenden von teilweise höherer Lärmentstehung sowie der Befürchtung einer Ausweitung des ursprünglichen Angebotes, hin zu einem Schießsportzentrum. Dieses, so konnten die anwesenden Kommunalpolitiker feststellen, fiele dann genehmigungsrechtlich und planerisch in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Walsrode. Hans-Henning Meyer, Vorsitzender der SPD Stadtratsfraktion, macht hier gleich eingangs deutlich: „Die SPD Stadtratsfraktion stünde für eine solche Form der Nutzung nicht zur Verfügung. Dass die Ausbildung in der Jägerschaft sowie das Üben auf einer geeigneten Anlage notwendig ist, steht außer Frage, eine Nutzung darüber hinaus sehen wir allerdings als nicht zweckmäßig.“

Viel mehr aber sahen es Sebastian Zinke und Marcel Kirschner als erforderlich, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, um allen zu ermöglichen sich sachlich und fachlich austauschen zu können. So würden laut Kirschner zahlreiche Vorbehalte ausgeräumt und sicherlich auch einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Auch Landtagskandidat Jens Grote erfasste die Problematik der beiden Termine und stellte fest: „Im Gespräch mit der Jägerschaft und der Bürgerinitiative aus Krelingen um die Nutzung und Sanierung des Schießstandes ist deutlich geworden, dass der Konflikt eine Historie hat. Auf der einen Seite habe ich mir die Bemühungen der Jägerschaft erläutern lassen, wie die entstandenen Altlasten beseitigt werden sollen und welches Finanzierungsmodell dem zugrunde liegt, um die Ausbildung der Jägerinnen und Jäger vor Ort fortsetzen zu können. Auf der anderen Seite hat die Bürgerinitiative deutlich gemacht, dass das Vertrauen in Jägerschaft und Behörden durch die Nutzung des Schießstandes in der Vergangenheit gelitten habe. Es bestehe die Sorge, dass mit der Sanierung das Ziel verfolgt würde, Schießsport betreiben zu wollen, die einzubringende Erde gesundheitsschädlich und die finanziellen Belastungen für einen möglichen Rückbau nicht abgesichert seien. Auf beiden Seiten habe ich verantwortungsvolle und sachlich argumentierende Menschen kennengelernt, denen es nach meiner Überzeugung gelingen wird, sich zu vielen Punkten verbindlich zu verabreden. Die Jägerschaft hat signalisiert, der Bürgerinitiative auch weiterhin für Erläuterungen zur Sanierung zur Verfügung zu stehen, was ich für ein gutes Signal und den richtigen Weg halte. Die Corona-Bedingungen haben einen Austausch zwischen beiden Seiten bislang erschwert.“