Protest zum Abriss des Wünninghofes in Ostenholz

Gesellschaft Von Extern | am Sa., 04.09.2021 - 10:55

OSTENHOLZ. Der imposante Wünninghof in Ostenholz (Heidekreis) blickt auf eine bewegte über 600 jährige Geschichte zurück. Jahrhundertelang Gasthaus, Postkutschenstation, von Hermann Löns geschätzt und ortsbildprägend liegt der Hof neben der Fachwerkkirche- in unmittelbarer Nähe zu den Schießbahnen des NATO-Übungsplatzes.

Seit Ende der 1980er Jahre lässt der Bund als Eigentümer das Gebäude systematisch verfallen - obwohl es zahlreiche Interessenten für eine Nutzung gegeben habe, berichtet der Freundeskreis Wünninghof, der sich seit Jahren für einen Erhalt des Hofes einsetzt. 

Zwischenzeitlich hat sich auch der Landrat des Heidekreis, Herr Ostermann, gegenüber der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgabe) für den Erhalt des Wünninghofs stark gemacht. Doch alle Bemühungen scheinen umsonst gewesen zu sein: Am Montag will die BImA mit dem Abriss des nach Ansicht vieler Experten denkmalwürdigen Hofes beginnen. 

Der Freundeskreis Wünninghof lädt deshalb am Sonntag, dem 5.9., um 16 Uhr zu einer Protestkundgebung nach Ostenholz (an der Kirche) ein. Das Motto der Veranstaltung lautet: „Zukunft statt Zerstörung für die Orte des Truppenübungsplatzes“. 

Geplant ist eine symbolische, coronakonforme Kette um den Hof zu bilden. 

„Hier wird wieder ein wunderschönes historisches Gebäude zerstört, statt eine zukunftsträchtige Nutzung zu ermöglichen“, so die Initiative. 

Nach Auffassung des Freundeskreis Wünninghof wird es nicht bei dem Abriss des Wünninghofes bleiben. In den Ortschaften am Rande des Truppenübungsplatzes, neben Ostenholz auch Oerbke und Wense, sind in den vergangenen Jahren schon dutzende historische Gebäude abgerissen worden. Etliche weitere stehen leer und rotten vor sich hin. „Im Sinne weiterer militärischer Optionen läuft es auf eine schleichende Auslöschung dieser Ortschaften hinaus“, befürchtet die Gruppe. Dies wolle man nicht länger hinnehmen. 

Die Initiative fordert die BImA auf, den Abriss unverzüglich auszusetzen und mit realistischen Angeboten auf den Landkreis zuzugehen. Langfristig sei auch der gemeindefreie Status der Ortschaften zu beenden, um die Gebäude zu retten.