Soltauer Salz schmeckte der Lüneburger Jury am besten

LÜNEBURG. Im Rahmen der zweiten Lüneburger Salztage war der Soltauer Salzsiederverein 08 auf Einladung des Deutschen Salzmuseums Lüneburg zu Gast in der alten Hanse- und Salzstadt. Die Soltauer Salzsieder beteiligten sich an einem Siedewettbewerb mit den Lüneburger Salzsiedern. Danach wurde das während des Wettbewerbs gesiedete Salz und die dazu verwendete Sole von einer „unabhängigen“ Jury bewertet.

Die Juroren waren die amtierende Lüneburger Sülfmeisterin, ein gestandener Bäckermeister aus dem Lüneburger Vorort Embsen, der Marktleiter des nahen Edeka-Marktes und eine „adelige Lüneburger Dame“. Die Kuratorin des Lüneburger Salzmuseums, Frau Lamschus, stellte die Juroren dem Publikum der Reihe nach vor mit der etwas launigen Bemerkung „Es handele sich bei den Juryteilnehmern um vollkommen neutrale Lüneburger“. Danach wurden die jeweilige Sole und das daraus gesiedete Salz von den Juroren kritisch einer sensorischen Prüfung unterzogen. Es begann mit einer Bewertung der Klarheit und des Geruchs der jeweiligen Sole mit anschließender Verkostung. Im Anschluss wurde das aus der Sole gewonnene Salz, welches direkt vor Ort von den beiden Siedemeistern aus Lüneburg und Soltau hergestellt worden war, sowohl bzgl. der Konsistenz als auch der Farbe und des Geschmackes bewertet. Als letztes erfolgte eine Gesamtbewertung.

Die Verkostung erfolgte als sog. Blindverkostung. Den Juroren war es nicht erkenntlich, ob es sich um Lüneburger oder ein Soltauer Produkt handelte. Die Bewertung ist damit als wirklich neutral einzustufen. Das Ergebnis zeigte, dass sich die Juroren mehrheitlich darauf verständig haben, dass die Soltauer Produkte Sole und Salz am Schmackhaftesten waren. Die Soltauer Produkte erhielten elf Punkte und die Lüneburger neun.

Damit steht eindeutig fest: Soltauer Sole und Soltauer Salz schmeckten der Jury am besten. Die Soltauer Salzsieder waren damit Sieger des Wettbewerbs. Der Vorsitzende des Soltauer Salzsiedervereins erhielt aus der Hand der Kuratorin des Lüneburger Salzmuseums den Siegerpreis: Ein ca. 12 mal 12 cm großer Salzkristall, geziert mit einer „Lüneburger Salzsau“ und dem Hinweisschild „1. Sieger bei der ersten internationalen Salzverkostung“. Der Preis wurde von den Soltauern freudig entgegengenommen. Ihr Vorsitzender bedankte sich herzlich für die Durchführung des fairen Wettbewerbs und die vorbildliche Gastfreundschaft. Gleichzeitig führte er aus, dass es nun nachweislich sicher so sei, dass die Soltauer das schmackhaftere Salz hätten, er und seine Salzsiederkollegen allerdings höchste Achtung vor der großen und besonderen historischen Entwicklung der Stadt Lüneburg, gegründet auf dem Lüneburger Salz, hätten.

Dass es allerdings ja logisch wäre, dass Soltau das schmackhaftere Salz habe, weil Soltau immerhin das Salz im Namen trage. Er führte weiterhin aus, dass die Soltauer Salzsieder sich freuen, dass die frühere Rivalität zwischen den beiden auf Salz gegründeten Orten zwischenzeitig beendet sei. Das Soltauer Salzmuseum und Lüneburger Salzmuseum hätten eine freundschaftliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit entwickelt. Es wurde noch an Ort und Stelle besprochen, dass die Mitarbeiter und Gästeführer des Salzmuseums aus Lüneburg ihren diesjährigen Betriebsausflug ins Salzmuseum nach Soltau durchführen würden. Gleichzeitig wurde bereits ein Termin verabredet, bei dem die Soltauer Salzsieder mit den Lüneburgern eine Ewerfahrt auf dem alten Salztransportweg, der Ilmenau, in Richtung Bardowick vornehmen wollen.