Umweltbewusste Sanierung der Kreisstraße 6 durch den Heidekreis

Politik Von Extern | am Mi., 13.10.2021 - 12:45

HEIDEKREIS. Erstmalig sanierte der Heidekreis eine Kreisstraße mit einem hohen Anteil an recyceltem Asphalt. Mit einem speziellen Konzept für das Asphaltmischgut wurde bei der Baumaßnahme an der K 6 zwischen Hützel und Evendorf ausgefräster Asphalt in der neuen Deckschicht wiederverwendet. Das Sondermischgut wurde ohne Probleme eingebaut und verspricht die gleiche Haltbarkeit wie die Standardbauweise.

Durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz werden alle Erzeuger von Abfällen angehalten, diese einer Wiederverwendung zu zuführen, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. In dem Moment, in dem die alte Straße ausgefräst wird, entsteht per Definition zunächst einmal Abfall, dem sich der Abfallerzeuger - in diesem Fall also der Heidekreis - entledigen will. Der Heidekreis ist somit verpflichtet, die Wiederverwendung von Ausbauasphalt zu fördern. Je mehr Ausbauasphalt in dem neu hergestellten Asphaltmischgut enthalten ist, desto weniger neue Primär-Rohstoffe müssen verbraucht werden. Es werden weniger Transporte durchgeführt und der Rohstoff Bitumen wird geschont. Bei dem Einsatz von Ausbauasphalt werden dagegen diese Rohstoffe aus Straßen gewonnen, die sich in der unmittelbaren Nähe des Mischwerks befinden, sodass der Energieverbrauch für den Transport nur einen Bruchteil beträgt.

Für die Herstellung und für den Einbau von Asphalt gelten strenge Qualitätsanforderungen. Dabei ist die Wiederverwendung von Ausbauasphalt grundsätzlich zugelassen, wenn der daraus hergestellte, neuwertige Asphalt mindestens die gleiche Qualität aufweist wie Asphalt ohne Ausbauasphalt. Durch natürliche Alterungsprozesse weisen Asphaltdeckschichten nach circa 15 Jahren vermehrt Risse oder Kornausbrüche auf, weil das Bitumen spröde wird. Dies ist auch der Grund für die notwendig gewordene Sanierung der Kreisstraße 6.

Die Erhöhung der Zugabemenge an Ausbauasphalt bei dieser Bauweise gelingt durch den Einsatz spezieller Zusatzstoffe, den sogenannten Rejuvenatoren. Diese verjüngen das Bitumen aus dem Ausbauasphalt. Auf diese Weise konnte in Zusammenarbeit mit der DEUTAG Nord im Mischwerk Hambostel die Zugabemenge von 20 auf 40 Prozent Asphaltgranulat erhöht werden. Die Bauweise mit dem Einsatz von Rejuvenatoren wird deutschlandweit derzeit in vielen Projekten erprobt, um den Übergang dieses umweltfreundlichen Verfahrens zu den Standardbauweisen zu
forcieren. Bei dieser und auch bei einer Vergleichsvariante ohne Verjüngungsmittel hat es beim Einbau keinerlei Probleme gegeben. Wenn sich das Verfahren bewährt, strebt der Heidekreis an, weitere Projekte zu initiieren.