VdK: Pflege darf kein Luxus sein

Politik Von Redaktion | am Do., 26.09.2019 - 22:48

Wer im Alter pflegebedürftig wird, müsse sich einen Platz im Pflegeheim leisten können. Das verlangt der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen und fordert: Pflege darf nicht zum Luxusgut werden.

Denn für rund 45 Prozent aller Betroffenen sei ein Pflegeplatz aus eigenen Mitteln schon jetzt nicht mehr bezahlbar. Bereits heute seien mehr als 375.000 Menschen auf staatliche Unterstützung – die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ – angewiesen, um den Eigenanteil an der Pflege sowie die zusätzlichen Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Investitionen zahlen zu können. Und es würden immer mehr, wenn die Belastungen weiter steigen. Eine aktuelle Studie habe ergeben, dass Bewohner in niedersächsischen Pflegeheimen allein im vergangenen Jahr über 96 Euro mehr pro Monat aufbringen mussten, in Bremen stieg die Eigenbeteiligung sogar um mehr als 100 Euro. „Wohin soll das führen? Die jährlichen Rentenanpassungen können bei diesem Tempo unmöglich mithalten“, kritisiert VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe.

Ein Grund für die höheren Eigenanteile der Pflegeheimbewohner seien gestiegene Gehälter. Diese begrüßt der VdK ausdrücklich, denn eine angemessene Bezahlung des Pflegepersonals sei dringend überfällig. Doch dürften diese Kostensteigerungen nicht zu Lasten der Betroffenen gehen und deren Eigenanteile explodieren lassen.

Der VdK fordert deshalb: Schluss mit der „Teilkasko-Versicherung“ in der Pflege. Notwendig sei eine grundlegende Änderung der Finanzierung. Denn je höher die Kosten, desto größer die Zahl der Sozialhilfe-Empfänger im Alter. Diese Entwicklung könne und dürfe nicht im Sinne der Politik sein. „Wir brauchen stattdessen eine Pflegevollversicherung, die sämtliche Pflegekosten abdeckt und die Pflegebedürftigen vor Armut bewahrt. Damit wohnen im Heim wieder bezahlbar wird“, so der VdK-Chef.