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MUNSTER. Vorgestern berichtete die Tagesschau, dass laut des Bayrischen Rundfunks die Kontamination mit PFC-Chemikalien an 18 Standorten in Deutschland bestätigt sei. 108 weitere Standorte gelten als Verdachtsfälle. Für den Bundeswehrstandort in Munster wurde seitens einer Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr ein Verdachtsfall auf Kontamination mit PFC bestätigt. Ein Verdacht auf eine Kontamination liege bereits dann vor, wenn durch die Nutzung der Liegenschaft ein Hinweis darauf vorliegt, dass eventuell PFC-haltige Substanzen gelagert oder verwendet wurden.

Die ausgesprochenen Verdachtsfälle würden nach Aussagen der Bundeswehr im Rahmen des Altlastenprogramm der Bundeswehr untersucht. Das bedeutet, dass die Flächen erfasst, bewertet und im Anschluss untersucht werden. Dadurch soll eine mögliche Gefährdung ermittelt werden, sagt eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr: „Nach der abschließenden Gefährdungsabschätzung wird durch die örtliche Behörde entschieden, ob eine Sanierungsplanung, -durchführung und -nachsorge nötig ist. Die Grundlage für das Altlastenprogramm ist das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und das Wasserhaushaltsgesetz (WHG)“.

Was genau ist PFC?
PFC ist die Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien. Hierbei handelt es sich um Verbindungen aus Kohlenstoffketten, bei denen Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt werden. PFC haben fett-, schmutz und wasserabweisende Eigenschaften und sind dabei chemisch und thermisch stabil. Sie werden unter anderem in vielen handelsüblichen Gütern des alltäglichen Gebrauchs, wie z.B. Outdoor- und Schutzkleidung, Papptrinkbechern oder Schutzanstrichen für den Außenbereich eingesetzt. Inzwischen umfasst die Stoffgruppe PFC mehr als 3.000 Einzelsubstanzen.

Die PFC-Chemikalie, die in Löschschäumen enthalten ist, werde für eine effektive Brandbekämpfung von Flüssigkeitsbränden benötigt. Das eingesetzte Schaummittel entspreche den geltenden nationalen Vorgaben, betont die Sprecherin des Bundesamtes: „Wie zivile Feuerwehren verwendet auch die Bundeswehr-Feuerwehr (BwF) in den Feuerlöschkraftfahrzeugen für die Einsätze gegen Flüssigkeitsbrände derzeit AFFF-Feuerlöschschaum (Aqueous Film Forming Foam), der PFC-haltige Schaummittel enthält. Die durch PFC im Löschschaum entstanden Belastungen von Boden und Grundwasser sind ein Problem, das sich nicht nur auf Deutschland und hier die Bundeswehr beschränkt, sondern das sich heute weltweit bei Löscheinsätzen mit Flüssigkeitsbränden stellt“.

Weitere Informationen zur Chemikalie PFC sowie deren Einsatz sind unter https://www.iud.bundeswehr.de/portal/poc/iudbw?uri=ci%3Abw.iudbw.aktuell.infopfc zu finden.

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