Weitere Amtshilfe der Bundeswehr für den Heidekreis

Gesellschaft Von Extern | am Do., 12.11.2020 - 18:49

WALSRODE/SOLTAU. Seit 9. November 2020 sind 19 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, darunter acht ausgebildete Notfallsanitäter, im Heidekreis-Klinikum im Einsatz und unterstützten das Personal des Klinikums in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) sowie auf den Stationen. In Absprache mit dem Geschäftsführer der HeidekreisKlinikum GmbH Dr. Rogge hatte Landrat Manfred Ostermann Amtshilfe bei der Bundeswehr über das Kreisverbindungskommando (KVK) beantragt, das seit 23.03.2020 in der Kreisverwaltung in Bad Fallingbostel unter Führung von Oberstleutnant Bernhard Wein im Dauereinsatz ist.

Jeweils vier Sanitätsfeldwebel, ausgebildet als Notfallsanitäter, sind in den ZNA der beiden Krankenhäuser in Walsrode und Soltau tätig. Das klinikumeigene Pflegepersonal werde nun teilweise herausgelöst und im Bereich Intensivstation eingesetzt, so die Kreisverwaltung.

Die vier Notfallsanitäter im Krankenhaus Walsrode kommen vom Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst aus Leer in Ostfriesland und die vier in Soltau eingesetzten sind von den Sanitätsstaffeln Einsatz aus Bergen sowie Munster und unterstehen dem von Frau Oberstarzt Dr. Frohse geführten Sanitätsunterstützungszentrum Munster. Zusätzlich sind auf den Stationen elf Soldaten vom Panzergrenadierlehrbataillon 92 Munster als Hilfskräfte außerhalb der professionellen Pflege eingesetzt. Sie entlasten die Pflegekräfte zum Beispiel beim Verteilen der Mahlzeiten und bei Boten- und Aufräumdiensten.

Am 10.11.2020 kamen Generalmajor Carsten Breuer, Kommandeur Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr aus Berlin, sowie Kapitän zur See Berend Burwitz, Kommandeur Landeskommando Niedersachsen aus Hannover, zum Dienstaufsichtsbesuch in den Heidekreis. Nach einem gegenseitigem Erfahrungsaustausch mit Landrat Manfred Ostermann, Heidekreisklinikum-Geschäftsführer Dr. Rogge, Pflegedirektorin Meike Heins und KVK-Leiter Oberstleutnant Bernhard Wein besuchte Generalmajor Carsten Breuer die im Krankenhaus Walsrode eingesetzten Soldaten, um sich ein Bild der Lage vor Ort machen zu können.

Das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin ist der operative Arm für territoriale Einsätze der Streitkräfte im Inland. Herzstück des Kommandos ist die Operationszentrale, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit ist. 

Im Normalbetrieb werden hier Meldungen über relevante territoriale Ereignisse, Wetter- und Umweltdaten gesammelt und ausgewertet, um ständig ein aktuelles bundesweites Lagebild zu haben. Kommt es, wie jetzt während der Corona-Pandemie, zu  Hilfeleistungseinsätzen, werden die Anträge auf Hilfeleistung, die von den betroffenen Landeskommandos koordiniert und vorgelegt werden, hier geprüft und bewertet, um verfügbare militärische Kräfte schnell in Verbindung zu zivilen Organisationen vor Ort treten zu lassen und effektiv und schnell helfen zu können.

Neben den Soldatinnen und Soldaten im Heidekreis-Klinikum sind weiterhin zwei Unterstützungstrupps mit jeweils drei Soldaten vom Artillerielehrbataillon 325 aus Munster sowie dem Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst aus Leer beim Gesundheitsamt des Heidekreises in der Kontaktnachverfolgung und Abstrichnahme von Corona-Verdachtsfällen tätig.

Das Kreisverbindungskommando Heidekreis ist zudem in der Betreuung der Sanitätsmittellager des Heidekreises sowie des Landes Niedersachsen in einer bewachten militärischen Liegenschaft der Bundeswehr eingesetzt, um die Krankenhäuser, Pflegeheime, Arzt- und Therapiepraxen bei Versorgungsengpässen auf dem freien Markt schnell mit persönlicher Schutzausstattung wie FFP2-Masken oder Schutzhandschuhen versorgen zu können. Im November hat sich hier die Nachfrage im Vergleich zum Vormonat verdoppelt.

Insgesamt leisten aktuell 27 Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Unterstützung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für die Menschen im Heidekreis.