OSNABRÜCK/CELLE. Nach dem Verschwinden einer Maschinenpistole aus der Waffenkammer der Polizeiinspektion Celle hat die Polizeidirektion Lüneburg Disziplinarverfahren gegen acht Vollzugsbeamte eingeleitet. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) unter Berufung auf das niedersächsische Innenministerium in Hannover. Alle Beamten arbeiten demnach bei der Polizeiinspektion Celle. Das Ministerium selbst hat offiziell nicht darüber informiert.

Den Beamten drohen teils empfindliche Konsequenzen: „Als Disziplinarmaßnahmen kämen Verweis, Geldbuße, Kürzung der Dienstbezüge, Zurückstufung und Entfernung aus dem Beamtenverhältnis in Betracht“, wird eine Sprecherin des Innenministeriums zitiert. „Darüber, ob eine und gegebenenfalls welche Disziplinarmaßnahme zu verhängen ist, wird nach Abschluss der dienstrechtlichen Ermittlungen entschieden.“ Ein Polizeibeamter sei inspektionsintern umgesetzt worden. Führungskräfte seien „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ noch nicht versetzt worden, habe die Sprecherin betont.

Die Polizei hatte am 21. März das Fehlen einer Maschinenpistole in der Waffenkammer der Polizeiinspektion Celle bemerkt. Am vergangenen Donnerstag hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) den Innenausschuss des Landtags über den Vorfall informiert (CELLEHEUTE / LOKALHEUTE berichteten).

Die MP5 der Marke Heckler & Koch samt zwei Magazinen mit Munition sei bereits im März verschwunden. Das Innenministerium behauptet, die Polizei habe Vorschriften missachtet. So sei der Verlust nicht wie vorgeschrieben unmittelbar gemeldet worden. Nach CELLEHEUTE-Recherchen treffen diese Angaben nicht zu. Das Innenministerium wurde um eine entsprechende Stellungnahme gebeten.

 

Maschinenpistole in Celle verschwunden – Stellungnahme Innenminister Boris Pistorius im Original Wortlaut

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